Kletterseil

Kletterseil im Test

Warum sollte man bei einem Kletterseil wert auf Qualität legen?

Kletterseil im Test
Ein Tendor Kletterseil mit einem Durchmeser von 9,8 mm.

Klettern ist Ihr Hobby? Kein Wunder, Klettern vereint viele positive Eigenschaften miteinander. Egal ob an der frischen Luft oder in der Halle, Klettern ist ein tolles Training für die Muskeln. Außerdem wird die Koordination von Händen und Augen gestärkt.

Natürlich benötigt es auch die korrekte Ausrüstung. Das richtige Kletterseil ist unabdingbar. Folgender Ratgeber zeigt Ihnen alles, was Sie über das richtige Kletterseil wissen müssen. Außerdem sprechen wir eine Kletterseil Empfehlung aus.

Welches ist bestes Kletterseil?

Das geeignete Seil ist abhängig von dem jeweiligen Kletterstil. Wer ausschließlich in der Halle klettern möchte, benötigt ein weniger robustes Seil. Witterung und scharfe Felsen sind in diesem Fall keine Herausforderung.

Wer in den Alpen klettern möchte, benötigt ein Seil, welches besonders lange hält und wind- und wetterbeständig ist. Sie können also zwischen verschiedenen Materialien wählen.

Welche Kletterseil Arten gibt es?

1. Dynamische Seile

Zunächst möchten wir genauer, auf die unterschiedlichsten Kletterseil Arten eingehen. Diese sind von großer Bedeutung darin, welches Ihr bestes Kletterseil ist.

Dynamische Seile enthalten gedrehte Fasern und können sich somit dehnen. Die Energie während des Sturzes, kann von dem Seil aufgenommen werden. So wirken die starken Kräfte nicht auf den Kletterer ein. Das Seil kann die Kräfte während eines Sturzes abfangen und schwere Verletzungen vermeiden. Je mehr Dehnung das Seil hat, desto mehr Kraft wird von dem Kletterseil abgefangen.

Die Dehnung sollte aber nicht mehr als 40 Prozent betragen, da man sonst auf dem Boden aufschlagen kann. Man unterscheidet unterschiedliche, dynamische Seile. Folgend gehen wir genauer darauf ein.

2. Das Einfachseil

Sie sind auf der Suche nach einem klassischen Kletterseil? Das Einfachseil ist in erster Linie zum Sportklettern in der Halle oder am Felsen geeignet. Auch das Eisklettern oder Hochtouren sind mit dem Seil möglich. Sie können das Einfachseil an einer Kreismarkierung mit einer 1 erkennen. Es ist circa 8,7 bis 11 Millimeter breit und wiegt bis zu 85 Gramm. Die Normstürze beträgt mindestens 5 bis 80 Kilogramm. Die statische Dehnung des Seils liegt zwischen 8 und 10 Prozent. Einfachseile werden in erster Linie für sportliches Klettern in Hallen genutzt.Auch im Klettergarten oder während des Eiskletterns kommen diese zum Einsatz. Sie sind besonders angenehm und leicht zu bedienen. Der Durchmesser ist sehr hoch, hierdurch sind die Seile robust und haben eine lange Haltbarkeit.

Die Langlebigkeit des Seils ist abhängig vom Durchmesser und dem Mantelanteil. Der Mantelanteil gibt das Verhältnis zwischen Seilmantel und Seilkern an. Je höher der Mantelanteil, desto langlebiger das Seil. Der Mantelanteil kann der Seilbeschreibung entnommen werden. Wer viel in Hallen klettert, sollte auf einen hohen Mantelanteil achten. Das Seil wird hier deutlich beansprucht. Je dicker das Seil ist, desto reißfester ist es. Aber Vorsicht: Mit der Dicke, steigt auch die Reibung. So wird das Klettern deutlich anstrengender. Wer lange Routen klettert, sollte auf einen geringen Durchmesser achten. Das spart Kraft bei Reibung und Gewicht.

Anfänger sollten auf ein Seil mit einem Durchmesser von über zehn Millimetern zurückgreifen. Die meisten Seile verfügen über eine Markierung in der Seilmitte.

Während dem Klettern sollte der Kletterer nicht höher klettern, als die Hälfte der gesamten Seillänge. Wenn Sie in Klettergärten unterwegs sind, sind Bicolor-Seile eine Alternative. Die Hälften der Seile haben unterschiedliche Farben, so können Sie die Seilmitte leicht erkennen. Mittelmarkierungen können nach längerer Nutzung an Farbe verlieren. Einfachseile werden auch für Hochtouren genutzt. Beispielsweise wenn Kletterpassagen an Felsen vorhanden sind. Greifen Sie in diesem Fall auf ein dünnes Einfachseil zurück, es wiegt wenig.

3. Das Halbseil

Halbseile sind für alpines Klettern, Eisklettern, Gletscherklettern oder für Hochtouren geeignet. Ein Halbseil kann an einem Kreis mit einer 0,5 darin erkannt werden. Das Seil hat einen Durchmesser von 7,5 bis 9 Millimeter und ist zwischen 40 und 55 Gramm schwer.

Die Normstützte liegt zwischen 5 bis 55 Kilogramm. Die statische Dehnung beträgt 12 Prozent.

Halbseile bestehen aus zwei unterschiedlichen Seilsträngen. Dass reduziert die Gefahr einer Beschädigung deutlich. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass beide Seile von Steinschlägen oder scharfen Kanten zerstört werden. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass man, während dem Abseilen die volle Seillänge nutzen kann. Bei einem Einfachseil hat man die Hälfte der Länge an Abseilstrecke. Ein Halbseil, von beispielsweise zwei mal 60 Metern, verspricht eine Abseilstrecke von 60 Metern. Wer sich auf dem Rückweg einer Route befindet, kann diesen Vorteil für sich nutzen. Halbseile müssen aber nicht im Doppelstrang verwendet werden. Wer beispielsweise an Gletschern klettern, kann lediglich einen Strang mitführen.

Achten Sie darauf, dass der Strang imprägniert ist. Ein nasses Seil ist wesentlich schwerer und unhandlicher. Gerade wenn das Seil gefriert, ist es weniger belastbar. Bei einem Zwillingsseil werden stets beide Stränge eingehängt.

4. Das Zwillingsseil

Das Zwillingsseil wird in erster Linie für alpines Sportklettern verwendet, allerdings nur im Doppelstrang. Das Seil ist mit zwei verschlungenen Kreisen markiert. Das Seilgewicht beträgt circa 35 Gramm mit einem Durchmesser von 6,9 Millimeter. Die Normstütze liegt zwischen 12 und 80 Kilogramm.

Zwillingsseile können nur von fortgeschrittenen Kletterern verwendet werden. Sie werden dort verwendet, wo eine geringe Grammzahl von Relevanz ist. Beispielsweise bei extremen Klettertouren am Felsen oder Eiskletterouten. Ein Zwillingsseil wird stets im Doppelstrang genutzt. Ansonsten ist die Gefahr deutlich zu hoch, dass das Seil einreißen kann. Auch während dem Nachstieg sollte ausschließlich im Doppelstrang gesichert werden. Die Seile müssen immer gleichzeitig in die Zwischensicherung eingehängt werden.

5. Statikseil

Statikseile werden dort verwendet, wo die Belastung sehr statisch ist. Beispielsweise in der Bergrettung oder als Fixierseil. Das Statikseil kann kaum gedehnt werden. Ein statisches Seil ist nicht zum Klettern geeignet. Kommt es zu einem Sturz, können schwere Verletzungen entstehen.

6. Das Wanderseil

Wanderseile sind besonders kurz und dienen in erster Linie dazu, eine psychische Sicherheit zu gewährleisten. Die Seilstärke von 8 Millimetern reicht gerade aus, um kleine Ausrutscher zu verhindern. Halb- und Einfachseile können wesentlich universeller eingesetzt werden, sind aber nicht in kurzen Längen erhältlich.

Wanderseile dürfen in keinem Fall zum Klettern genutzt werden.

Kletterseil kaufen: Was beachten?

Die Imprägnierung

Kletterseile, welche viel im Freien verwendet werden müssen vor zahlreichen Witterungseinflüssen geschützt sein. Egal ob Feuchtigkeit, UV-Schutz oder Schmutz. Das Kletterseil kann durch starke Witterungseinflüsse wesentlichen Schaden annehmen. Während sich Feuchtigkeit eher kurzfristig auswirkt, wirken Schmutz und Sonneneinstrahlung sich wesentlich länger aus.

Feuchtigkeit kann vor allem während des Sportkletterns umgangen werden. Staub und Sonne kann nur schwer gemieden werden. Ein imprägniertes Seil lohnt sich immer dann, wenn Sie viel im Außenbereich klettern. Ein imprägniertes Seil wird schon während der Fertigung mit entsprechenden Komponenten versorgt. Die Imprägnierungen weisen eine lange Haltbarkeit auf. Das Seil sollte nicht eigenständig imprägniert werden.

Die richtige Länge

Die gängigen Kletterseile sind zwischen 20 und 200 Meter lang. Bevor Sie das Seil auswählen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wofür Sie das Kletterseil verwenden möchten. Gehen Sie ausschließlich in der Halle klettern oder nutzen Sie das Seil für eine alpine Klettertour? Wer ausschließlich Fels klettert, sollte sich das Topo einmal genauer ansehen. Auch die Länge der Tour spielt eine wesentliche Rolle in der Auswahl. Müssen Sie sich abseilen? Wenn ja, wie lange sind die Abseilstellen? Eine Vielzahl von Kletterführern gibt Ihnen Auskunft über die optimale Seillänge. Als optimale Seillänge wird stets eine Länge von 70 Metern empfohlen. Im Notfall hat man so noch ausreichend Puffer. In einem Klettergarten mit sehr kurzen Routen genügen auch Seile mit einer Länge von 50 Metern.

Wer in alpinen Mehrseillängentouren unterwegs ist, muss sich lange Abseilen. Meist sind die Abstände und Standplätze sehr groß. In diesem Fall sollte das Seil mindestens 80 bis 100 Meter lang sein. Bei Hochtouren kommen häufig kurze Seile zum Einsatz. Das ist auf das geringe Gewicht zurückzuführen. Wer lediglich nachsichern möchte oder mehr Sicherheit beim Wandern wünscht, kann ebenfalls ein kurzes Seil verwenden. Man geht von einer optimalen Länge mit 30 Metern aus.

Die meisten Kletterhallen werden kontinuierlich anspruchsvoller und höher. Hier sollten Sie in keinem Fall auf Seile zurückgreifen, welche kürzer als 50 Meter sind. Informieren Sie sich bereits im Voraus, bevor Sie die Kletterhalle besuchen. Meist sind Informationen zur Halle auch im Internet einsehbar.

Kletterseil Empfehlung: Wir stellen die besten vor

Folgend gehen wir genauer auf die Ergebnisse von einem Kletterseil Test ein. Wer auf der Suche nach einem klassischen Kletterseil ist, kann ein Kletterseil Test nutzen, um eine Auswahl an qualitativen Seilen zu erhalten. Nicht immer ist ein günstiges Kletterseil die beste Wahl.

Halbseil Mammut Genesis Dry

Das Halbseil Mammut Genesis ist für Fortgeschrittene geeignet. Es liegt gut in der Hand und bietet ausreichende Sicherheit. Die Imprägnierung schützt das Halbseil vor Schmutz und Feuchtigkeit.

Die Dehnung liegt bei über 30 Prozent. Auch das Gewicht ist mit 47 Gramm pro Meter völlig in Ordnung. Das Seil ist in erster Linie für Hochtouren geeignet. In dieses Seil muss allerdings etwas mehr investiert werden.

Einfachseil Edelrid Tower Lite

Das Einfachseil Edelrid Tower Lite 10.0 hat einen Mantelanteil von über 40 Prozent und ist besonders stark. Außerdem liegt es sehr gut in der Hand. Das Kletterseil ist robust und äußerst langlebig. Auch für Kletteranfänger ist das Seil aufgrund des guten Handlings ideal geeignet.

Das Einfachseil Edelrid Daku

Das Einfachseil Edelrid Daku ist ideal für schwere Routen. Es ist 64 Gramm schwer und somit nicht all zu schwer. Durch den Mantelanteil von 38 Prozent ist es sehr robust und hat eine lange Lebensdauer. Die Seildehnung von 33 Prozent ist sehr dynamisch. Das Kletterseil ist sowohl für die Halle als auch für Felsen geeignet.

Fazit: Die Auswahl an Kletterseil Herstellern ist groß. Welches Kletterseil das Beste ist können Sie nur selbst entscheiden. Ein Kletterseil Test kann Ihnen die Auswahl erleichtern. Allerdings ist die Auswahl abhängig von den jeweiligen Kletterbedingungen. Wer ausschließlich in der Halle klettert benötigt ein völlig anderes Seil, als für alpine Hochtouren. In jedem Fall muss das Kletterseil ausreichend dynamisch sein, um die Gefahr bei Stürzen möglichst gering zu halten. Ein Wanderseil ist nicht für das Klettern geeignet. Ein günstiges Kletterseil geht häufig mit geringer Haltbarkeit einher. Investieren Sie lieber etwas mehr und profitieren von zunehmender Sicherheit.

Weiterführende Links und Ratgeber zu Kletterseil

https://de.wikipedia.org/wiki/Klettern

https://de.wikipedia.org/wiki/Kletterseil

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Klettern

Von Alexander

Ich bin seid 2021 im Team von Expertenwahl und schreibe für die unterschiedlichsten Kategorien Vergleiche. Ich habe mich spezialisiert für Vergleich im Bereich Garten, Haushalt und Baumarkt.

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